Presse-Echo 1999/2000

"CD-ROM der Woche" (ComputerBild)
"Monsterpackung" (ComputerChannel)
"Alles ist Musik" (Radio Bremen)
"Goldene Mitte" (Redaktionsbüro Doppelpunkt)
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"CD-ROM der Woche"

Entspannung ist angesagt! Wählen Sie über das Verzeichnis ein klassisches Werk Ihres Geschmacks, lehnen Sie sich bequem zurück, und lauschen Sie den Klängen der Musik: Das ist ein gelungener Einstieg, um mit der CD-ROM der Woche "Das große Musik-Lexikon Klassik" die Welt der klassischen Musik von der Sinfonie bis zur Oper zu entdecken. Während zum Beispiel das "Ave Maria" von Franz Schubert in der Orgelfassung ertönt, lesen Sie einen leicht verständlichen Artikel über Entstehungsgeschichte und Besonderheiten des Musikstückes. Im Text finden Sie Querverweise zu dem Thema "Harfenbegleitung" und dem Komponisten "Franz Schubert". Und einige Mausklicks weiter landen Sie dann vielleicht beim Komponisten Claude Debussy, lauschen seinem "Prélude à l'apres-midi d'un faun" und können sich an bissigen Kritik aus den Zeiten der Uraufführung erfreuen. Zitat: "Der Faun muß einen schrecklichen Nachmittag gehabt haben ..."
Neben diesem sehr freien und klangbetonten Einstieg bietet die gut strukturierte CD-ROM auch hervorragende Möglichkeiten, sich in der Welt der klassischen Musik bis heute zurechtzufinden. Ein Klick auf Start in der Menüauswahl öffnet verschiedene Kapitel , etwa zu Epochen der Musik, einer kleinen Musiklehre oder der musikalischen Fälscherwerkstatt. Über die Suchfunktion erhalten Sie per Mausklick viele Schlagwörter zu Musiktheorie und Geschichte, Instrumenten, Komponisten, Interpreten und Werken. Eine Volltextsuche führt Sie ohne Umwege zu den gewünschten Begriffen. In der Medienauswahl gelangen Sie zu vielen Klangbeispielen, einer Fotogalerie oder Zuordnungsspielen. Hier können Sie etwa Musikstücke einem Komponisten zuordnen oder Fotos berühmter Dirigenten mit Namen versehen. Interessante Textbeiträge, viele Querverweise und Musikbeispiele machen diese CD-ROM zu einem ansprechenden Lexikon. Empfehlenswert für Konzertgänger und solche, die es werden wollen.
[Computer-Bild 22/99, S. 82]

"Monsterpackung"

Jede Menge Musikbeispiele und viele Texthinweise zum Nachschlagen gibt es im Großen Musik-Lexikon Klassik für's Geld. Im Erscheinungsbild aber wirkt der Titel etwas zusammengestückelt.
[Harald Fette] - Wunschkonzert zur Entspannung gefällig? Vielleicht beschauliche Klänge aus Johannes Brahms Walzer in A-Dur oder lieber das ganze Sinfonieorchester mit Pauken und Trompeten in Gustav Mahlers Auferstehungs-Sinfonie in C-Moll? Schon der Klappentext des Klassik-Lexikons von Data Becker verspricht mehr als zehn Stunden Musik und Klangbeispiele in Hifi-Stereoqualität. In der Tat wird für die Ohren einiges geboten.
Mit mehr als 5.000 Stichwörtern gibt es denn auch reichlich was zu lesen. Komponisten, Dirigenten und Interpreten warten mit Kurzbiographien auf, in die oft Klangbeispiele und Bilder eingewoben sind. Zu Instrumenten finden sich Erklärungen. Musikstile sind zeitlich verortet.
Das Lexikon setzt um 1400 mit der Renaissance ein und reicht bis in die Nachkriegszeit zu elektronischer Musik. Ein kurzer Abriss der Musiktheorie spielt Intervalle vor und erläutert Fachbegriffe von pianissimo bis fortissimo, von a bocca chiusa bis Zwölftonreihe. Auch die Musikgeschichte ist lexikalisch gehalten und beginnt mit a capella, um über Barock wiederum zur bereits zitierten Zwölftonreihe zu gelangen.
Die Stärke des Klassik-Lexikons liegt in der Menge an Information, die in Text, Bild und Klangbeispielen zur Beschäftigung mit der Musik einlädt. Die Schwäche liegt in der Aufbereitung dieser Datenmenge. Dröge Textfenster und allzu knappe lexikalische Erklärungen machen nicht gerade Lust, sich mit dem Titel zu beschäftigen. Gelungene Darstellungen – etwa die Reiseroute Mozarts – wechseln mit viel zu knappen Texten – wie etwa zu Polyphonie und Kontrapunkt – die nur denen helfen, die im Musikunterricht gut aufgepasst haben.
[erschienen in: ComputerChannel (online) 17.5.2000]

"Alles ist Musik"

Manchmal traut man sich einfach nicht, und der Grund dafür ist: Man weiß nichts oder nur wenig. Mit der klassischen Musik ist das so. Sie bleibt vielen Kindern der Pop-Generation verschlossen, weil der oft elitäre Klassik-Klüngel schweigt. Schade eigentlich: Rockbands wie Deep Purple schwören auf ihren Johann Sebastian Bach, und immer wieder verwursten US-Hip Hopper alte europäische Komponisten. Also: Wie wär's mit mehr Wissen? 
Data Beckers ,,Musik Lexikon Klassik'' ist die ideale CD für euch, wenn ihr alles wirklich wichtige über klassische Musik, ihre Epochen, ihre Komponisten und Werke wissen und lernen wollt. Die Aufmachung ist schick und verständlich, die Steuerung der Menüs logisch und einfach. Und alles ist Musik. 
Diese CD singt geradezu ein Loblied auf das Computerzeitalter. Denn in ihr stecken allein über elf Stunden Audiomaterial, und das in allerfeinster HiFi-Qualität - die CD Rom macht's möglich. Eine Option heißt ,,Wunschkonzert'', hier könnt ihr eure tägliche Dosis Klassik selbst zusammenstellen und direkt über die Windows-Taskleiste abspielen.
Mit weit über 5000 Datenbankeinträgen und 1000 hochwertigen Bildern liefert ,,Musik Lexikon Klassik'' auch eine Menge fürs Auge. Für den Kopf sowieso. Was spielte sich musikalisch im Barock ab, wie lauten die wichtigsten Werke des Musiktheaters, wer waren und sind die berühmtesten Sängerinnen und Sänger? Dazu gibt's jede Menge Zitate. 
Außerdem sind die Zeiten in der Konzertpause, in der euch vor lauter Fachsimpelei die Ohren qualmen, vorbei. Eine knappe Stunde Beschäftigung mit dem tönenden Musiklexikon, und ihr wißt, wie sich ein Addagio-Tempo anhört und wie sich das auf Presto steigern läßt. 
Außerdem dürft ihr eure Ohren ein wenig schulen, denn im Instrumente-Teil hört ihr Beispiele für jedes Instrument aus Orchester- und Kammermusik. Nun macht euch niemand mehr eine Klarinette für eine Oboe vor. Und schließlich gibt's in der musikalischen Fälscherwerkstatt noch ein paar schöne Beispiel dafür, wie eine so bekannte Melodie wie ,,God save the Queen'' unter den Händen anderer Komponisten geklungen hätte. 
Und? Immer noch Angst vor klassischer Musik? Dafür gibt's keinen Grund mehr. Jetzt müssen die anderen nur noch verstehen lernen, welche Geheimnisse die Pop-Musik verbirgt. Aber das ist ein anderes Thema.
[erschienen in: Radio Bremen :netchat :edutainment, 11.7.1999]

"Goldene Mitte"

[tnm] - Digitale Lexika sind immer noch eine heikle Sache. Multimedial gut inszeniert, kommen meist die Informationen zu kurz. Gute Information ist oft schlecht verpackt.Daß in der sogenannten goldenen Mitte überzeugende Ergebnisse erzielt werden können, stellt zum Beispiel Data Becker mit seinem "Musik-Lexikon Klassik" (ISBN 3-8158-6942-0) unter Beweis. Optisch oppulent, aber nicht überladen locken die Software-Entwickler den Betrachter am PC auf eine Entdeckungsreise in die Welt der klassischen Musik. So können Konzerte berühmter Interpreten besucht oder einfach Epochen der Musik durchstreift werden. Wirklich pfiffig ist die Idee, Kompositionen nach Stimmungslage (z.B. Glück oder Schmerz) auswählen zu können. Insgesamt elf Stunden Klangerlebnis erweisen sich als Balsam für die Gehörgänge. Wer mag, kann sich seine Lieblingswerke als "Wunschkonzert" zusammenstellen und beim Arbeiten am PC im Hintergrund laufen lassen. Die textlichen Informationen sind nicht aufdringlich dozierend, manchmal aber etwas sehr knapp gehalten. Da alle Texte umfangreich miteinander verlinkt sind, entsteht aber niemals der Eindruck eines Informationsdefizites. Freaks und Experten werden das vielleicht anders sehen. Der normale PC-Anwender wird jedoch erstaunt sein, wie beschwingt klassische Musik-Themen dargeboten werden können.
[veröffentlicht von: www.doppelpunkt.net]