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[aluan] Ein Werk des größten Poeten der englischen Literaturgeschichte, das Porträt eines Londoner Dichtertalents, welches sich noch vor seinem 18. Geburtstag das Leben nahm, sowie ein orchestrales Hauptstadtgemälde aus der Viktorianischen Epoche beschließen innerhalb des 10. Philharmonischen Konzerts diese musikalische Saison. Mendelssohn Bartholdys Komposition „Ein Sommernachtstraum“ hat dem namensgleichen Drama William Shakespeares zu einer Epochen und Künste übergreifenden Popularität bis herüber in unsere Tage verholfen, die dieser erstmals im Jahre 1600 gedruckten Dichtung aufgrund ihrer äußerst verwickelten Handlung in solchem Ausmaß sonst womöglich versagt geblieben wäre. Bereits als 17-Jähriger vollendete der "Mozart des 19. Jahrhunderts" seine Konzertouvertüre op. 21, die er weitere 17 Jahre später um neun zusätzliche Stücke zu einer vollständigen Schauspielmusik (op. 61) erweitern sollte. Einem knapp 100 Jahre jüngeren Landsmann Shakespeares, dem in Bristol geborenen Dichter Thomas Chatterton, widmete mit Matthias Pintscher der aktuelle "Composer in Residence" am Konzerthaus Dortmund eine abendfüllende Oper, in der ein tragisches Künstlerschicksal in den Mittelpunkt gestellt ist: Chatterton hatte unter dem Pseudonym Thomas Rowley Gedichte im Stil des Mittelalters geschrieben; als die wahre Identität des Autors dieses vorgeblich altenglischen Liederfundes aufgedeckt wurde, war Chatterton der gesellschaftlichen Ächtung preisgegeben und beging Selbstmord. Für Auszüge aus diesem ergreifenden Stück modernen Musiktheaters, das 1998 in der Dresdner Semperoper seine Uraufführung erlebte, begrüßt das Philharmonische Orchester Dortmund unter Arthur Fagen als Gesangssolisten den Wiener Michael Kraus, dem jüngst von der Fachpresse eine "sonore Bariton-Kultur" bescheinigt wurde. Zuvor jedoch wird mit Edward Elgar der zweifellos bedeutendste Komponist auf der Insel seit Henry Purcell diesen sinfonischen Abend eröffnen: und das gleich im doppelten Sinne 'very british', hat er doch in der Konzertouvertüre "Cockaigne", untertitelt mit "In London Town", ein romantisierendes Tonbild seiner Hauptstadt zu Beginn des 20. Jahrhunderts gezeichnet – und das mit "müheloser Originalität in Verbindung mit einem gründlichen Savoir-faire und, was am wichtigsten ist, melodischer Schönheit, Wärme und Gefühl", wie ein zeitgenössischer Rezensent Elgars Tonsprache charakterisierte.
14., 15. und 16. Juli 2003 im Konzerthaus Dortmund / Philharmonie für Westfalen Ausführende: Michael Kraus, Bariton; Philharmonisches Orchester Dortmund; Ltg.: Arthur Fagen |
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