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KuNos 204 |
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Diese Meldungen aus dem internationalen Musikleben wurden durch die Redaktion ALUAN im Hinblick auf ihre Relevanz für Alte Musik und Historische Aufführungspraxis recherchiert, zusammengestellt und getextet (Veröffentlichung in der Print- und Onlineausgabe von "Concerto" Nr. 204 - 10+11/05). |
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Würzburg Zum 37. Mal veranstaltet die Johann-Sebastian-Bach- Gesellschaft Würzburg e.V. heuer vom 19. bis 29. November 2005 die Würzburger Bachtage. Dass neben rund zehn Konzerten auch andere Aspekte der Bach-Rezeption zum Tragen kommen, macht den besonderen Reiz dieses Festivals aus: Die Wissenschaft kommt ebenso zu ihrem Recht (Vortrag »Joh. Seb. Bach und die Kunst des Kontrapunktes«, 25.11.) wie die Multimedia-Kunst (»Die Kunst der Fuge«: Projekt mit 4 Synthesizern, 4 Tänzern und Lichtdramaturgie vom Ensemble Synthartis, 27.11.) oder das Musikkabarett (»Bachblüten« mit dem BosArt-Trio). Die musikalische Hauptlast tragen Bachchor und -orchester Würzburg unter Christian Kabitz mit ihrer Aufführung der »Johannes-Passion« (19.11.), der musikalischen Gestaltung zweier Gottesdienste (20.11. und 27.11.) und der adventlich ausgerichteten Veranstaltung »Musik und Dichtung« mit Christiane Hörbiger als Rezitatorin. Information: www.bachtage-wuerzburg.de |
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Saarbrücken/Köln Neue und Alte Musik einmal nicht im Sinne einer Gegenüberstellung zu präsentieren, sondern beide Tonsprachen zu verbinden, soll in »PoppeaMaterial«, dem aktuellen Projekt des Ensembles pazzaCaglia, eine neue Form finden. Zentrale Originalszenen der Oper »L’incoronazione di Poppea« von Claudio Monteverdi (u.a. auch selten gespielte der Neapel- Fassung) werden mit neu komponierten Szenen des Librettos von Busenello (UA von Claas Willeke) kombiniert. Dabei geht es um Macht, Liebe, Eros und ihre vielfältigen Querverbindungen in Politik und Privatleben. Das Instrumentarium umfasst neben Laute, Cembalo und Violoncello auch E-Gitarre, Saxophon und Live- Elektronik. Das Projekt entstand in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Musik Saar und der Kölner Gesellschaft für Neue Musik und wird gefördert u.a. von der Kunststiftung NRW und den Städten Saarbrücken und Köln. Aufführungen finden am 10. und 12. November 2005, jeweils um 20 Uhr, im Opernstudio Mauritius in Saarbrücken statt sowie am 17. und 18. November um 20 Uhr in der Alten Feuerwache, Köln. Informationen: www.pazzaCaglia.de |
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Herne In insgesamt elf Konzerten begeben sich die Tage Alter Musik in Herne vom 9. bis 13. November 2005 in ihrem 30. Jahr auf die Suche nach Grenzerfahrungen verschiedenster Art, so gleich zu Beginn in dem mit »Vivaldirland« überschriebenen Programm von O’Stravaganza unter Hughes de Courson, das venezianischen Barock mit keltischen Pfeifen verbindet (9.11.). Vergleichbar experimentelle Wege beschreitet Norbert Rodenkirchen mit »flour de flours«, wenn archaische Impressionen auf mittelalterlichen Traversflöten im Mittelpunkt stehen und dabei auch ein Solo- stück für mittelalterliche Schwanenknochenflöte des Kölner Komponisten Johannes Fritsch zur Uraufführung kommt (10.11.). Eine doppelte Wiederbelebung des so genannten Meta-Melo- dramma erfolgt gleichfalls am 10. November mit Domenico Scarlattis »La Dirindina« und dem zeitgenössischen Gattungsbeitrag »Radames« von Peter Eötvös. Musica Antiqua Köln thematisiert als Grenzerfahrung anderer Art »Die ›Krise‹ der deutschen Musik um 1670« mittels Werken von David Pohle, Joh. M. Nicolai, Joh. Heinrich Schmelzer und Georg Muffat (11.11.). Transzendentale Grenzgänger sind in diesem Jahr La Reverdie mit ihrem Programm »Wiedergänger und ewige Wiederkehr« (12.11.) und La Stagione Frankfurt mit der Sopranistin Gabriele Hierdeis und Sabine Bauer am Claviorganum, die unter der Überschrift »Zodiacus« zyklische Kompositionen im Zeichen des Himmels präsentieren (12.11.). Le Poème Harmonique widmet sich gewissermaßen einer theologisch-politischen Zeitgrenze mit geistlicher Musik im Mailand der Gegenreformation (11.11.). Traditionsgemäß wird die Konzertreihe von einer Musikinstrumentenmesse begleitet (11. bis 12.9 im Kulturzentrum) und ein ebenfalls an diesen beiden Tagen stattfindendes, frei zugängliches und kostenloses Symposium über die Klarinette ergänzt das musikalische Angebot. Information: Stadt Herne, Tel. (0 23 23) 16 28 39, www.tage-alter-musik.de |
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Köln Nach Theaternacht und Museumsnacht hat die rege Kulturszene der Domstadt nun auch ein vergleichbares Musikevent auf die Beine gestellt: Am 22. Oktober 2005 findet erstmals die »Köln. Klingt gut. Musiknacht 2005« statt, die gemeinsam vom Initiativkreis Freie Musik, KölnMusik und KölnTourismus veranstaltet wird. Von 20 Uhr bis tief in die Nacht sind an 40 Spielstätten annähernd 100 Konzerte zu erleben: von zeitgenössischen Schöpfungen über Folklore, Jazz und Klassik bis hin zu Alter Musik. Um 20 Uhr etwa ist das Ensemble Harmonie Universelle im Sendesaal des Deutschlandfunks mit Streichersonaten und -partiten von Pachelbel und Telemann zu erleben, zur gleichen Zeit präsentiert das Quartett Musica Solare im KunstSalon auf historischen Instrumenten Sonaten und Quartette von Vivaldi, Telemann und Leclair. Um 21 Uhr lädt der Bach-Verein Köln in die Kirche St. Ursula und entführt dort das Publikum in die Hochburgen der franko-flämischen und italienischen Mehrstimmigkeit der Renaissance. Kammermusikalisch geht es wieder um 21.30 Uhr in der Musikhochschule zu, wenn sich das Barockensemble Nel Dolce Werken von Bach, Telemann und Janitsch widmet. Musik für zwei Viole da gamba er-klingt um 22 Uhr in der Kirche St. Andreas, eine halbe Stunde später gastiert das Trio Alla Polacca mit Kantaten von Giacomo Carissimi und Barabara Strozzi in der Musikhochschule. Und ein Orgelkonzert des Kantors Gerhard Blum in St. Ursula mit Orgelwerken von Johann Sebastian Bach um 23 Uhr bedeutet noch nicht das Ende dieser außergewöhnlichen Musiknacht. Information: www.musiknacht-koeln.de |
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Paris »Denen Liebhabern ... und Kennern zur Gemüths- Ergezung« ist mit Worten des Namenspatrons das erste Europa-Bach-Festival gewidmet, bei dem von September bis Ende Dezember 2005 über 150 Konzerte an rund 50 verschiedenen Orten in Paris und der Region Ile-de-France stattfinden. Nach deutschem Vorbild wurde vor vier Jahren mit den Planungen für dieses Festival begonnen, das bereits bei seiner Premiere mit Weltstars wie Yo-Yo Ma und Nigel Kennedy aufwartet und schon eine Reihe von Konzerten ausverkauft meldet. Parallel zu den Musikveranstaltungen werden auch Vorträge, internationale Kolloquien, Konzerteinführungen und Ausstellungen angeboten. Information: www.europabachfestival.com |
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Sarnen Bei den diesjährigen Sommerhochwassern in der Schweiz wurde auch die historische Sarner Musikbibliothek der Abtei St. Andreas im Kanton Obwalden überflutet. Neben den Klöstern Einsiedeln, Engelberg und Beromünster beherbergen die Benediktinerinnen von Sarnen eine der umfangreichsten Sammlungen sakraler Musikdokumente der Schweiz. Erst 2003 waren sämtliche musikalische Quellen (insgesamt 2.191 Manuskripte und Drucke) fachmännisch gereinigt und in einen neuen Schutzraum des Klosters überführt worden. Dieser hielt nun wider Erwarten dem Hochwasser nicht stand. Im Sarner Bibliotheksbestand finden sich Unikate wie die Symphonie des Münchner Hofkapellmeisters Andrea Bernasconi (1706-1784), der vollständige Stimmensatz der Oper »Engelbergische Talhochzeit« des Luzerner Stiftsorganisten Leonti Meyer von Schauensee (1720-1789) und eine Miniatur des »Salve Regina«, das noch heute täglich am Schluss der Vesper des Einsiedler Konvents gesungen wird. |
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Warschau Für den Sommer kommenden Jahres kündigt das musikwissenschaftliche Institut der Universität Warschau die nunmehr 12. Internationale Barockmusik-Konferenz an. Für diese vom 26. bis 30. Juli 2006 stattfindende Veranstaltung können ab sofort Abstracts zu 20-minütigen Vorträgen eingereicht werden, des weiteren Vorschläge für maximal anderthalbstündige Sitzungen zu einem speziellen Themenkomplex oder zu Diskussionsrunden. Einsendeschluss ist der 31. Januar 2006, die Auswahl bleibt den Veranstaltern vorbehalten. Information: Dr. Szymon Paczkowski, Instytut Muzykologii Uniwersytetu Warszawskiego, ul Krakowskie Przedmiescie 32, PL 00-927 Warszawa, Tel./Fax +48 (22) 5 52 15 35, E-Mail: szpacz@wp.pl |
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Weilburg/Lahn Die Konzertreihe »Alte Musik im Weilburger Schloss« startete mit einer Repertoirebereicherung und musikalischer Kurzweil in die neue Saison: Am 11. September wurden »Ungehobene Schätze ostbayrischer Sakralmusik« mit Werken von Rupert Ignaz Mayr ans Ohr der Öffentlichkeit gebracht. Am 9. Oktober wird man sich an »kurtzweiliger Tafelmusik nebst anderen Schnitzen und Schnacken« laben können. Nach dem Dvorák-Requiem (13.11.) und einem weiblichen (!) Mendelssohn-Schumann-Programm (11.12.) begrüßt die Weilburger Schlosskirche am zweiten Weihnachtstag das Münchner Barock-orchester L’Arpa Festante (26.12.), das die Brandenburgischen Konzerte Nr. 3 und Nr. 6 zu Gehör bringen wird. Am 19. Februar 2006 trägt dann Lutz Kirchhof unter der Überschrift »La Belle Lucrèce« tänzerische Lautenkunst des Hochbarock vor – mit Kompositionen von Jacques Gallot, Sylvius Leopold Weiss und Esaias Reusner. Einen Monat später steht der 250. Todestag von Wolfgang Amadeus Mozart im Mittelpunkt, wenn die Capella Weilburgensis unter Doris Hagel dessen Sinfonia Concertante Es-Dur KV 364 sowie die Große c-Moll-Messe KV 427 in der jüngst von Robert Levin vervollständigten Version präsentiert (19.3.). Information: Kartenvorverkaufs-Tel. (0 64 71) 4 14 04, Fax 4 10 10, www.alte-musik-weilburg.de |
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Wiesbaden Vor 30 Jahren hob der Kantor und Musikwissenschaftler Martin Lutz die Wiesbadener Bachwochen aus der Taufe – ein Jubiläum, das bei der diesjährigen 16. Auflage vom 19. Oktober bis 3. Dezember den Namensgeber des im Zweijahresabstand veranstalteten Festivals unmissverständlich in den Mittelpunkt stellt. »BACH!BACH!!BACH!!!« lautet das plakative Motto und verspricht keine musikalischen Randerscheinungen oder Nebenwege, sondern Bach in höchster Konzentration. Die »Goldberg-variationen« in Originalfassung und Orgelbearbeitung (6.11.), die »Kunst der Fuge« mit dem Ensemble 1080 Wien (12.11.), die h-Moll-Messe unter Klaus Uwe Ludwig mit dem Bach-Chor Wiesbaden und dem Bach-Orchester der Lutherkirche (19.11.), die vier Orchestersuiten BWV 1066-1069 in den Köthener Frühfassungen mit dem von Martin Lutz geleiteten Barockorchester La Corona sowie die Gesamtaufführung des Weihnachts-Oratoriums (3.12.) – das sind beileibe nicht alle Werke, die diesmal in Wiesbaden zur Aufführung gelangen. In diversen Orgelkonzerten, darunter auch die Finalrunden um den Bach-Preis der Landeshauptstadt Wies-baden (21. und 22.10.), begrüßt die hessische Landeshauptstadt etablierte wie angehende Orgelvirtuosen. Und der Cembalo- Grandseigneur Gustav Leonhardt bereichert das Festival mit Werken von Forqueray, Rameau, Böhm und Bach (28.11.) ebenso wie das Ensemble Musica Benedittina mit neu entdeckter Musik des 18. Jahrhunderts aus italienischen Benediktinerklöstern unter der Themenstellung »Die Klagen des Jeremias« (20.11.). Information: Johann-Sebastian-Bach-Gesellschaft Wiesbaden e.V., Bernhard- Schwarz-Straße 25, 65201 Wiesbaden, www.bach-wiesbaden.de |
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Luzern/Freiburg Bei dem mit Unterstützung des Siemens Arts Program realisierten Projekt »About Baroque« präsentierte das Freiburger Barockorchester am 27. August im Rahmen des diesjährigen Lucerne Festivals erstmals fünf neue Kompositionen, in denen spezifische Spiel- und Phrasierungsweisen und die ganz eigenen Ausdrucksmöglichkeiten historischer Instrumente Anwendung finden. Als Ausgangspunkt für die Auftragswerke war eine Kammerorchesterbesetzung mit Streichern und Bläsern und einem ausgedehnten Continuo-Apparat vorgegeben, die sie variabel verwenden konnten. So entstanden – ohne Zutat weiterer medialer oder technischer Mittel – fünf Werke, die von der kleinsten Formation mit acht Musikern bis zur 22-köpfigen Besetzung reichen. Die Komponistinnen und Komponisten hatten Gelegenheit, während eines langen und intensiven Vorbereitungszeitraums mit mehreren Workshops die Arbeitsweise des Freiburger Barockorchesters kennenzulernen. Die nun erstmals zur Aufführung gelangten Werke von Juliane Klein, Rebecca Saunders, Benjamin Schweitzer, Michel van der Aa und Nadir Vassena sind in Folgeaufführungen nochmals im Konzerthaus Dortmund (16.10.), beim Huddersfield Contemporary Music Festival (18.11.) und beim Holland Festival in Amsterdam (3.6.2006) zu erleben. Information: www.barockorchester.de |
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Bad Krozingen Die »Neumeyer-Junghanns-Tracey«-Stiftung sucht Paten für die Instrumente ihrer bedeutenden Sammlung historischer Tasteninstrumente im Schloss von Bad Krozingen. Im Rahmen der Patenschaft, die mit einem festgelegten jährlichen Unterstützungsbeitrag verbunden ist (Spendenbescheinigung möglich), kann sich ein solcher Pate für ein bestimmtes Instrument entscheiden, mit dem ihn möglicherweise eine persönliche Erinnerung oder ein konkretes sachliches Interesse verbindet. Information: Schlosskonzerte Bad Krozingen, Susanne Berkemer, Tel. (0 76 33) 40 71 64 |
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Melbourne/Dresden Ein in der Sächsischen Landesbibliothek aufbewahrtes »Dixit Dominus«, eine elfsätzige Vertonung des 110. Psalms für Solostimmen, Chor und Kammerensemble, ist von der australischen Musikwissenschaftlerin Janice Stockigt als Werk Antonio Vivaldis identifiziert worden. Der auf dem Manuskripttitel verzeichnete Name Baldassare Galuppi (1706-1785) ist vermutlich auf ein Versehen jenes Kopisten zurückzuführen, der um 1754 von der Dresdner Hofkapelle mit der Kopie einiger geistlicher Werke des seinerzeit weitaus gefragteren Galuppi beauftragt worden war. Der Vivaldi-Experte Michael Talbot, der selbst bereits 2003 eine Galuppi zugeschriebene Psalmvertonung als Schöpfung Vivaldis verifizieren konnte (»Nisi dominus«, kürzlich als RV 803 ins Verzeichnis der Vivaldi-Werke aufgenommen), bewertet das »Dixit Dominus« als den wichtigsten Vivaldi-Fund seit 75 Jahren. Die Komposition soll nun in die textkritische Vivaldi-Gesamt-ausgabe (als RV 807) aufgenommen werden, sobald das Istituto Italiano Antonio Vivaldi in Venedig seinerseits die Echtheit beglaubigt hat. Anfang August erklangen Auszüge des neu entdeckten Werks durch ein Barockensemble der Universität Melbourne. Die erste Gesamtaufführung des rund 35-minütigen »Dixit Dominus« ist für das Frühjahr 2006 durch den Körner’schen Singverein angekündigt. Stockigt und Talbot haben darüber hinaus zu ihren beiden Vivaldi-Entdeckungen einen gemeinsamen Artikel angekündigt, der im März 2006 im Journal »Eighteenth Century Music« der Cambridge University Press veröffentlicht werden soll. |
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Millstadt Am 24. Juli wurden die Besucher der Siftskirche in Millstadt Ohrenzeugen einer bemerkenswerten neuzeitlichen Erstaufführung: Nach rund 500 Jahren erklang erstmals wieder das Orgelwerk »Exercitatio bona« von Ludwig Senfl, das bis vor kurzem noch im Kärntner Landesarchiv schlummerte und dort von Michael Paumgarten wiederentdeckt wurde. Bei der Handschrift handelt es sich um eine Transkription, die durch den Organisten und Musikwissenschaftler Jolando Scarpa für die Aufführung bearbeitet wurde. |
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S. Giuliano Der Barockgeiger Gunar Letzbor gastiert im Oktober und November auf Einladung des Australian Brandenburg Orchestra (Leitung: Paul Dyer) in Australien. Dabei wird er als Solist unter anderem Konzerte von Bach, Vivaldi und Pergolesi einstudieren und in mehreren Konzerten präsentieren. |
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Leinfelden-Echterdingen Anlässlich des 250. Todestages von Johann Georg Pisendel ist eine Erstausgabe des Concertos in D (Jung II/4) erschienen. Dabei handelt es sich um eine Orchesterbearbeitung des ersten Satzes von Johann Friedrich Faschs Violinkonzert D-Dur. Beide Komponisten sind sich nachweislich begegnet, spätestens, als der mittlerweile zum Hofkapellmeister in Zerbst avancierte Fasch 1727 den Dresdner Hof besuchte, wo der Violinvirtuose Pisendel als Konzertmeister und nachmaliger Orchesterchef amtierte. Als Quelle für die Erstausgabe (Carus 16.105) stand von Pisendel selbst verwendetes und handschriftlich ergänztes Stimmenmaterial zur Verfügung. Von der Herausgeberin Dorothee Kleinschroth wurden im Sinne der historischen Aufführungspraxis alle Varianten bezüglich Rhythmus und Artikulation mit Einzelanmerkungen verzeichnet. Dieses und andere Konzerte sind bereits vom Freiburger Barockorchester auf CD eingespielt worden (Carus CD 83.301). Information: www.carus-verlag.com |
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Dillenburg In diesem Jahr feiern die Bachwochen Dill ihren 30. Geburtstag. Im Mittelpunkt der kleinen Konzertreihe steht diesmal bereits am Eröffnungsabend die »Johannes-Passion«, musiziert von Simone Unger, Bernhard Landauer, Andreas Post, Raimonds Spogis und Jörn Dopfer, der Jugendkantorei Dillenburg und Les Enchantants unter dem Künstlerischen Leiter Wolfgang Schult (16.10.). Vier Tage später steht der Festivalchef dann nochmals am Pult, wenn Händels »Dixit Dominus«, Alessandro Scarlattis »Missa S. Cecilia« und Rameaus »Quam dilecta« mit Arcani Musicali und dem Ensemble La Ciaccona erklingen (20.10.). Ein weiteres Konzert widmet sich der Musica Speculativa mit Fest-motetten und Messeteilvertonungen von Johannes Ciconia (6.11.). Aufgrund der knappen Finanzlage mussten die Veranstalter auf die Einladung von Le Poème Harmonique verzichten. Stattdessen organisieren sie einen gemeinsamen Konzertbesuch bei den Tagen Alter Musik in Herne, wo das französische Ensemble am 11.11. zu Gast ist. Information: Bachwochen Dill e.V., Lindenstraße 3, 35684 Dillenburg, Tel. (0 27 71) 3 47 29, Fax 3 61 32, www.bachwochen.de |
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Düsseldorf/Berlin Im Streit um die Aufführungsrechte an der Vivaldi-Oper »Motezuma« hob das Oberlandesgericht Düsseldorf am 16. August die erstinstanzliche Entscheidung des Düsseldorfer Landgerichts, einer einstweiligen Verfügung im Sinne der Singakademie zu Berlin stattzugeben, auf. So kam es doch noch zu einer Aufführung der von dem Musikwissenschaftler Steffen Voss im Archiv der Singakademie wiederentdeckten Vivaldi-Oper im Rahmen des Düsseldorfer Festivals »Altstadtherbst«. Die Richter des 20. Zivilsenats konnten die Voraussetzungen für einen Untersagungsanspruch der Klägerin nicht erkennen. |
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Düsseldorf/Duisburg Die Deutsche Oper am Rhein startet mit einem originellen Projekt in die neue Spielzeit: »Mythologie kompakt« verspricht eine epochenübergreifende musikalische Begegnung mit Helena und Kassandra, Dido und Aeneas, Odysseus und Penelope bis hin zu Kalypso und Telemach. Nachdem im September bereits Monteverdis »Il ritorno di Ulisse« über die Bühne ging, folgen im November »Les Troyens« von Hector Berlioz sowie »Telemaco« von Alessandro Scarlatti. Letzteres ist eine Co-Produktion mit den Schwetzinger Festspielen in der Inszenierung von Lukas Hemleb unter der musikalischen Leitung von Andreas Stoehr. Information: www.rheinoper.de |
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Basel Die seit nunmehr anderthalb Jahren laufende Baseler Konzertreihe »Bachkantaten in der Predigerkirche« findet auch in den nächsten Monaten ihre Fortsetzung. Jeweils am 2. Sonntag eines Monats werden um 17 Uhr Kantaten von Johann Sebastian Bach, jeweils passend zum Sonntag im Kirchenjahr, mit solistischer Sängerbesetzung und historischen Instrumenten aufgeführt. Diese im regionalen Musikleben bereits als »Kantatensonntag« etablierte Veranstaltung ist auch deshalb bemerkenswert, weil kein Eintritt erhoben wird und lediglich eine Kollekte zur Deckung der Kosten beiträgt. Für den 9. Oktober sind die beiden Kantaten BWV 49 und 180 angekündigt, für den 13. November dann die Schwesterwerke BWV 26 und 90. Und am 11. Dezember heißt es dann schon vorweihnachtlich »Schwingt freudig euch empor« bzw. »Nun komm, der Heiden Heiland«. Information: www.bachkantaten.ch |
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Bayreuth Vom 3. bis 5. November veranstaltet Bob van Asperen in der Bayreuther Hochschule für Evangelische Kirchenmusik einen Cembalokurs mit dem Schwerpunkt Johann Jacob Froberger. Es ist sowohl aktive als auch passive Teilnahme möglich (Anmeldeschluss 14.10.), ebenso Unterkunft und Verpflegung in der Hochschule. Als Begleitprogramm gibt der Dozent selbst am 3. November ein Konzert. Information: Hochschule für Evang. Kirchenmusik, Wilhelminenstr. 9, 95444 Bayreuth, info@hfk-bayreuth.de |
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Berlin Bei der dritten Wertungsrunde des Jahres erhalten überdurchschnittlich viele CD-Produktionen mit Renaissance- bzw. Barockmusik den Preis der deutschen Schallplattenkritik: In der Kategorie ›Barocke und vorbarocke Vokalmusik‹ dürfen sich Masaaki Suzuki und sein Bach Collegium Japan für Volume 27 ihrer Gesamteinspielung mit den Kantaten BWV 5, 80 und 115 (BIS 1421) ebenso über die Auszeichnung freuen wie Dresdner Kammerchor und Barockorchester unter Hans-Christoph Rademann für ihre Aufnahme des Requiems in Es-Dur und des Miserere d-Moll von Joh. Adolf Hasse (Carus 83.175) sowie La Venexiana mit Claudio Cavina für die Glossa-Produktion von Claudio Monteverdis VI. Madrigalbuch (GCD 920 926). Innerhalb der Kategorie ›Klavier-, Cembalo- und Orgelmusik‹ gehörten Christophe Roussets Interpretation von Joh. Seb. Bachs »Klavierbüchlein für Wilhelm Friedemann« (Ambroisie AMB 9977) und die Einspielungen sämtlicher freier Orgelwerke Joh. Caspar Kerlls durch Joseph Kelemen als Beginn einer Serie »Süddeutsche Orgelmeister« (Oehms Classic OC 362) zu den aus Jurysicht herausragenden Neuerscheinungen. Preisträger der Kategorie ›Oper und Musical‹ sind diesmal zwei Archiv-Produktionen: Paul McCreesh mit den Gabrieli Consort & Players und den Solisten Magdalena Koñená, Susan Gritton und Gillian Webster für »Paride ed Elena« von Christoph Willibald Gluck (00289 477 5415) sowie Alan Curtis mit Il Complesso Barocco und den Solisten Simone Kermes, Marijana Mijanovic, Steve Davislim, Sonia Prina für Georg Friedrich Händels »Rodelinda« (00289 477 5391). Information: www.schallplattenkritik.de |
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Berlin Zwei Ehrenurkunden des Preises der deutschen Schallplattenkritik gehen in diesem Jahr an Klaus L Neumann und Barbara Schwendowius, die in ihrer gemeinschaftlichen Arbeit für den Westdeutschen Rundfunk mit Engagement und künstlerischem Weitblick die Entwicklung der Alten Musik in den letzten 30 Jahren entscheidend geprägt haben. Unter ihrer redaktionellen Leitung entstanden neben zahllosen Sendungen und Konzertmitschnitten auch etwa 500 Rundfunkproduktionen, die auf Tonträgern bei verschiedenen Lebels erschienen sind. In der Begründung der Jury heißt es: »Beide Produzenten verstanden es, mit Engagement, fachlicher Kompetenz und menschlicher Einfühlungskraft für bisher Ungehörtes die richtigen Musiker zu gewinnen und trugen so wesentlich dazu bei, die Alte Musik auch ins Bewusstsein eines begeisterungsfähigen CD-Publikums zu rücken.« Barbara Schwendowius, geboren 1943 in Insterburg, studierte Musikwissenschaft, Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte in Berlin, Wien und Köln. Nach Fertigstellung ihrer Dissertation »Die solistische Gambenmusik in Frankreich von 1650 bis 1740« arbeitete sie von 1970 bis 1978 im Lektorat der ARCHIV-Produktion der DGG in Hamburg. Anschließend wechselte sie als Redakteurin in die Abteilung Alte Musik des WDR Köln. Ihre letzte große Produktion im WDR war die Einspielung sämtlicher Haydn-Klaviersonaten mit Christine Schornsheim auf WDR-eigenen historischen Instrumenten. Klaus L Neumann, 1933 in Innsbruck geboren, studierte zunächst Medizin, bevor er sich der Systematischen Musikwissenschaft an den Universitäten Hamburg und Kiel zuwandte. Seine Lehrer Hans Albrecht und Friedrich Blume, mehr aber noch die eigene praktische Betätigung als Chorsänger machten ihn zum Liebhaber Alter Musik und zu einem leidenschaftlichen Volksliedsammler. Nachdem er beim WDR zunächst das Schallarchiv betreut hatte, übernahm er 1976 als Redakteur die Abteilung Alte Musik und begleitete in dieser Funktion zahlreiche spätere Stars der Szene bei ihren ersten Aufnahmen. In der Nachfolger ihres Gründers Eduard Gröninger prägte Neumann auch die Geschichte der Cappella Coloniensis maßgeblich mit. Die begehrten Auszeichnungen werden am Samstag, den 19. November 2005, beim traditionellen Festakt der Jahrespreisverleihung im Berliner Musikinstrumenten-Museum überreicht. Information: Preis der deutschen Schallplattenkritik e.V., c/o SIMPK, Tiergartenstraße 1, 10785 Berlin, Tel. (0 30) 25 48 11 31, www.schallplattenkritik.de |
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Bremen/Rom Als Resultat eines langjährigen ›work in progress‹ haben die Dirigenten Nicola Samale und Benjamin-Gunnar Cohrs im Herbst 2004 eine kritische Neuausgabe mit vervollständigtem Finale der fragmentarisch überlieferten Sinfonie Nr. 9 von Anton Bruckner fertiggestellt, die nun in der Edition Repertoire Explorer der Musikproduktion Hoeflich erschienen ist. Durch neueste Forschungsergebnisse konnten u.a. zwei bisher bestehende Lücken im letzten Satz (Gesangsthema und Fuge) vollständig aufgrund von Originalskizzen Bruckners geschlossen werden. Rekonstruktionen verlorener Partiturbögen, die Instrumentation, die nach Skizzen Bruckners ausgearbeitete und in Teilen ergänzte Coda wie auch Tempi, Dynamik und Artikula-tion wurden grundlegend überarbeitet. Von den 665 Takten dieser Neuausgabe sind 554 Takte original (Anton Bruckner: IX. Sinfonie, Finale, vervollständigte Aufführungsfassung von Samale-Phillips-Cohrs-Mazzuca, revidiert u. hg. v. Nicola Samale und Benjamin-Gunnar Cohrs, Repertoire Explorer, Study Score 444, 289 S., 44 EUR). Information: www.musikmph.de |
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Leipzig Seit dem 1. September zeigt das Leipziger Bach-Museum eine Sonderausstellung zum Thema »Bachs Nachbarn – Die Familie Bose«. 1985 öffnete das Museum im ehemaligen Wohnhaus der Familie Bose am Leipziger Thomaskirchhof seine Pforten; die Thomasschule und einstige Wohnstätte Joh. Seb. Bachs war im Jahr 1902 abgerissen worden. Die bis zum 11. Januar 2006 geöffnete Ausstellung beleuchtet das freundschaftliche Verhältnis zwischen den Familien des Thomaskantors und des wohlhabenden Kaufmannes Georg Heinrich Bose. Vier Töchter Boses traten als namensgebende Taufpatinnen für Kinder Bachs auf. Dass zwischen Bachs Ehefrau Anna Magdalena und der ältesten Bose-Tochter ein besonders enges Verhältnis bestand, bezeugt eindrucksvoll ein Buch, das Anna Magdalena ihrer Nachbarin zum Geburtstag schenkte und mit einer persönlichen Widmung an ihre »Herzens Freundin« versah. Erhalten hat sich außerdem der Entwurf eines Briefes, den Joh. Elias Bach, ein Vetter Joh. Sebastians, an den angesehenen Physikprofessor Georg Matthias Bose richtete. Dieser zweitälteste Sohn des Kaufmanns führte öffentlich spektakuläre elektrische Experimente durch und schrieb über die Elektrizität – in Versform! Eine originale Kugel-Elektrisiermaschine aus dem 18. Jahrhundert und Darstellungen heute kurios anmutender Experimente veranschaulichen diese damals populären Vorführungen. Auch die Lebenswelt der Kaufmanns- und Ratsherren-familie Bose steht im Blickpunkt: Die Familie besaß eine Gold- und Silberwarenhandlung; über 700 Personen, darunter zahlreiche Frauen und Kinder, arbeiteten für die Bose’sche Manufaktur als Golddrahtzieher, Spinner oder Posamentierer. Im Besitz der weit verzweigten Familie befanden sich außerdem groß angelegte Barockgärten, die zu den berühmtesten der Stadt zählten. Information: www.bach-leipzig.de |
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KuNos 203 KuNos 205
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