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Nein, die Gotteshäuser haben nicht die Absicht, ab sofort jeden Kirchenbankplatz mit einem PC ausrüsten – obwohl mit der Publikation des Gotteslobs bzw. des Evangelischen Gesangbuchs auf CD-ROM die Grundlage dazu geschaffen wurde. Bei diesen Produkten handelt es sich allerdings auch nicht um niedrigpreisige Instant-Software, sondern um ausgeklügelte elektronische Baukästen für den kirchenmusikalischen Heimwerker.
Das Evangelische Gesangbuch enthält alle Lieder der 15 regionalen Gesangbücher Deutschlands, Österreichs und Elsaß-Lothringens, darüber hinaus die entsprechenden Gebetstexte und Gottesdienstordnungen. Und der komplette Wortlaut der Lutherbibel (Version 1984) komplettiert das liturgische Handwerkszeug. Alle Lieder liegen im (akustischen) Midi-Format und einer (optischen) Capella-Grafik vor – Weiterbearbeitung ausdrücklich erwünscht. Text und Musik sind zur separaten Bearbeitung und Veränderung vorgesehen: Akkordsymbole können ein- oder ausgeschaltet, eigene Akkorde hinzugefügt oder Transpositionen vorgenommen werden. Die Notengrafik ist zudem auch für den Export in eine herkömmliche Textverarbeitung vorgesehen. Und die Recherchemöglichkeit durch Volltextabfragen mit logischen Operatoren ermöglicht Schlagwortsuchen in sämtlichen Liedern und Texten: So lassen sich z.B. Kinderlieder, Kanons oder Schöpfungen eines bestimmten Komponisten/Dichters in Sekundenschnelle ermitteln.
Das Gotteslob präsentiert sich mit einem vergleichbaren Funktionsumfang in seinem elektronischen Gewand. Den Bibeltext sucht man hier vergeblich, dafür hält diese Software alle Tageslesungen der Sonn- und Festtage bereit. Auch hier findet man eine Schnittstelle zum Notensatzprogramm Capella, und als besonderes Bonbon ist ein Terminkalender beigelegt. Noch stärker als das Evangelische Gesangbuch legt das Gotteslob auf die optionalen Erweiterungs- und Kommentierungsmöglichkeiten innerhalb aller Ebenen wert. Angesichts des stolzen Preises dieser CD-ROM fallen jedoch zwei Defizite unangenehm ins Gewicht: Die Installation auf Computern, bei denen bereits MS-Access 2000 oder gar XP installiert ist, gerät aufwendig, ist allerdings mit der entsprechenden Anleitung von der Webseite (s.u.) auch für den wenig versierten User durchführbar. Abhilfe ist für die nächste Version versprochen. Daneben ist es aber auch betrüblich, daß ebenso der Gebetsteil wie die Diözesananhänge fehlen ... Mitarbeiter dafür werden übrigens noch gesucht!
Mit einem gerüttelt Maß an Phantasie und viel PC-Geduld – die komplexen Funktionalitäten erfordern einige Zeit der Einarbeitung – eröffnet sich dem Kirchenmusiker mit den Möglichkeiten dieser Software ein neues Zeitalter der „thematischen“ Liturgiegestaltung. Alsdann: an den Bildschirm, und ... ein Mausklick zum Lobe Gottes! [art] |
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