Klassik-Ticker


Neben unserem Service-Angebot zur Recherche und Vertextung von News aus dem internationalen Musikleben, das wir auf Wunsch zielgruppenorientiert ausrichten - wie z.B. für die beiden Printmagazine "Cantate" (Schwerpunkt: Chormusik) und "Concerto" (Schwerpunkt: Alte Musik und Historische Aufführungspraxis) -, bietet die ALUAN-Website auch eine Reihe kostenlos zugänglicher Infodienste:

>>> Uraufführungskalender internationaler Chormusik
>>> Uraufführungskalender zu sujetgebundenen Kompositionen
>>> Todesmeldungen aus der Klassikszene
>>> Klassischer Jahresrückblick auf 2002
>>> Ausgewählte Buchtipps
>>> Ausgewählte CD-Tipps u.v.m.


Klassischer Jahresrückblick auf 2002

01-2002   02-2002  03-2002  04-2002   05-2002  06-2002 
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Januar 2002

1.1.: Neue Wiener Adresse: Die österreichische Hauptstadt hat ab sofort einen neuen Musikverlag aufzuweisen: die "Edition21" beginnt ihr Programm mit der Betreuung sieben junger Künstler der Wiener Gruppe "Gegenklang" - namentlich Reinhard Fuchs, Miguel Galvez-Taroncher, Gerald Resch, Marcel Reuter, Jorge Sanchez-Chiong, Aliser Sijaric und Robert Wildling. [ http://www.edition21.at ]

20.1.: Frischer Lorbeer für gute Bekannte: In Cannes werden mit den "Classical Awards" die begehrtesten Preise der internationalen Schallplattenindustrie verliehen. Mit der Auszeichnung für ein musikalisches Lebenswerk werden gleich drei Personen bedacht: der Dirigent Michael Gielen, der Strawinsky-Forscher Robert Craft und der Pianist Ivan Moravec. [ Gielen-CD-Tipp ]

29.1.: Hauptstädtischer Kulturpreis: In diesem Jahr erhält der Komponist Aribert Reimann den mit € 15.000 dotierten "Berliner Kunstpreis" für sein Gesamtschaffen. Als Opernkomponist u.a. über die Sujets Melusine (1971), König Lear (1978), Troja (1986) bzw. über die literarischen Vorlagen "Ein Traumspiel" (1965) und "Die Gespenstersonate" (1984) von A. Strindberg oder "Das Schloss" von F. Kafka (1992) zählt der gebürtige Berliner längst zu den bedeutendsten Tonkünstlern der Gegenwart.

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Februar 2002

1.2.: Archäologe des Klangideals: Mit dem internationalen Ernst von Siemens-Musikpreis wird in diesem Jahr der österreichische Dirigent, Cellist und Musikforscher Nikolaus Harnoncourt ausgezeichnet. Die mit € 150.000 verbundene Ehrung honoriert insbesondere auch sein lebenslanges Engagement für jene sich der Klangintention des Komponisten annähernde, so genannte "historische" Aufführungspraxis.

14.2.: Vater der modernen Bruckner-Interpretation: Im Alter von 90 Jahren stirbt die Dirigentenlegende Günter Wand in seinem schweizer Wohnort Ulmiz. Als Jahrgangsbruder von Georg Solti und Sergiu Celibidache machte sich der gebürtige Elberfelder im Gegensatz zu seinen Kollegen aber erst im reifen Alter einen internationalen Namen, nachdem er 1974 als Generalmusikdirektor des Kölner Gürzenich-Orchesters pensioniert worden war. Wands Ruhm begründet sich insbesondere auf seinen Bruckner-, Schubert- und Brahms-Interpretationen. [ Wand-CD-Tipp ]

24.2.: Menschenscheues Musikgenie: Der Komponist und Klaviervirtuose Leo Ornstein stirbt im amerikanischen Green Bay/Wisconsin. Bereits 1933 trat der Schüler von Alexander Glasunow die Flucht aus den Konzertsälen an, und nach der Uraufführung seiner Schöpfung "Nocturne and Dance of Fate" im Jahre 1937 verschwand er gänzlich aus dem Blickfeld der Musiköffentlichkeit. Der aus Kremenchug gebürtige Russe wurde 99 Jahre alt. [ CD-Tipp ]

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März 2002

4.3.: Musikalischer Nobelpreis: Der im Jahre 1988 vom ehemaligen ABBA-Manager gestiftete so genannte Polarpreis, der mit einer Dotierung von € 220.000 als der "alternative Nobelpreis für Musik" gilt, geht in der Kategorie E-Musik an die russische Komponistin Sofia Gubaidulina. Am 27. Mai findet die feierliche Übergabe durch König Carl XVI. Gustaf vorgesehen. [ Gubaidulina-Buchtipp ]

8.3.: Die Literaturoper lebt: Im Mannheimer Nationaltheater wird die Oper "Auf den Marmorklippen" des Italieners Giorgio Battistelli mit dem Libretto von Giorgio van Straten uraufgeführt. Grundlage bildet die gleichnamige Erzählung von Ernst Jünger aus dem Jahre 1939.

14.3.: Produzenten-Grammy nach Deutschland: Manfred Eicher, der Gründer, Produzent und Verleger des Tonträgerlabels ECM Records, wird bei der 44. Grammy-Verleihung als bester Klassikproduzent des Jahres ausgezeichnet [ www.ecmrecords.com ]

18.3.: Tod eines schwedischen Tamino: In Wien stirbt der am 30. Dezember 1943 in Stockholm geborene Tenor Gösta Winbergh. Während der letzten drei Jahrzehnte hatte sich der Sänger international vor allem mit Mozart- und Wagner-Partien einen Namen gemacht. Er war gern gesehener Gast auf allen großen Bühnen von der New Yorker Met über die Mailänder Scala bis zu den Salzburger Festspielen, seine Hauptwirkungsstätten bildeten die Königlichen Oper Stockholm und zuletzt die Oper Zürich.

27.3.: Neulich im Antiquariat ... Der Leiter der Musiksammlung der Wiener Stadt- und Landesbibliothek hat bei einem Streifzug durch die einschlägigen Antiquariate der österreichischen Hauptstadt das bislang verschollene Textbuch der Oper "Sakontala" wiederentdeckt, welches Franz Schubert fragmentarisch vertonte. Dieses Libretto von Johann Philipp Neumann, der ja auch die "Deutsche Messe" betextete, findet nun ihre endgültige Heimstatt in der bibliothekseigenen Wiener Schubert-Sammlung.

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April 2002

6.4.: Klassischer "Walk of Fame": Hollywood hat es für seine Stars vorgemacht, und die musikalische Weltmetropole Wien nimmt sich daran nun ein Beispiel: Endlich kann man seinen Heroen wie Beethoven, Mozart oder Strauß auch während eines Fußmarsches durch die österreichische Hauptstadt huldigen. Auf der an diesem Wochenende eröffneten „Musikmeile Wien“ zwischen Theater an der Wien und Stephansplatz wurden zunächst 73 Platten aus Granit und Marmor in den Bürgersteig eingelassen – mit Portraits und Lebensdaten der Berühmtheiten. Auf die in Hollywood üblichen Handabdrücke der Geehrten verzichtete man allerdings ... [ www.musikmeile.at ]

16.4.: Magier der Operninterpretation: Der Opernregisseur Herbert Wernicke stirbt überraschend im Alter von nur 56 Jahren in Basel. Nach Aufträgen für die Salzburger Festspiele oder die Musikbühnen von Venedig und Madrid während der vergangenen Jahrzehnte hatte er letztes Jahr mit der "Frau ohne Schatten" von Richard Strauss sein Debüt an der New Yorker Met gegeben. An seiner Hausbühne, der Münchner Staatsoper, hatte Wernicke zuletzt gemeinsam mit Generalmusikdirektor Zubin Mehta die Inszenierung der Tetralogie "Der Ring des Nibelungen" in Angriff genommen.

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Mai 2002

3.5.: Stardirigent der Sowjetunion: Im Alter von 74 Jahren stirbt der Komponist und ehemalige Chefdirigent des Moskauer Bolschoi-Theaters Jewgeni Swetlanow in der russischen Hauptstadt. Von besonderer Bedeutung waren seine Tschaikowsky-, Rimski-Korsakow- und Rachmaninow-Interpretationen, die während der 60er Jahre das klassische Angebot in der russischen Musikindustrie dominierten. Als Tondichter hinterließ er u.a. eine Reihe von Sinfonien.

7.5.:
Tod eines iberoamerikanischen Musikpreisträgers: Der katalonische Komponist Xavier Montsalvatge stirbt 90-jährig in Barcelona. Zu seinem musikalischen Lebenswerk zählt neben Opern und Sinfonien auch der populäre Chorzyklus "Cinco Canciones Negras" aus dem Jahre 1941.

18.5.: Österreichs Wundergeiger: Der Geigenvirtuose Wolfgang Schneiderhan stirbt in seiner Geburtsstadt Wien. Bereits als 17-Jähriger wurde das Wunderkind Konzertmeister bei den Wiener Sinfonikern und wechselte 1937 auf den selben Posten zu den örtlichen Phiharmonikern. Sein besonderes Faible für die Kammermusik zeigte sich in der Gründung eines nach ihm benannten Streichquartetts (1937), eines Klaviertrios (1949, mit Edwin Fischer und Enrico Mainardi) sowie mehrerer Duos. Gemeinsam mit Rudolf Baumgartner gründete der Wiener 1956 auch das Kammerorchester Festival Strings of Lucerne. Insbesondere als Mozart-Interpret machte Schneiderhahn weltweit von sich reden. Daneben widmete er sich gemeinsam mit seiner Frau, der Sopranistin Irmgard Seefried, verstärkt zeitgenössischen Kompositionen. Die Werke "Ariosi" von Hans Werner Henze (1964) und "Maria-Triptychon" (1968) von Frank Martin widmeten deren Schöpfer diesem musikalischen Ehepaar.

19.5.: Ein Maestro geht in Rente: Mit einem letzten Auftritt im Berliner Konzerthaus am Gendarmenmarkt verabschiedet sich der fast 90-jährige Kurt Sanderling vom Dirgentenpult. Während des deutschen Nationalsozialismus war der gebürtige Ostpreuße aus der deutschen Hauptstadt emigriert und fand in Leningrad vorübergehend eine neue künstlerische Heimstatt. Mit seiner Rückkehr nach (Ost-)Berlin im Jahre 1960 übernahm er das Berliner Sinfonie-Orchester und leitete dieses Ensemble insgesamt 17 Jahre lang.

21.5.: Das deutsche Musikgedächtnis: Mit dem Deutschen Musikarchiv Berlin, das mittlerweile immerhin über 260.00 Tonträger und 125.000 Notenausgaben verwaltet, ist ab sofort eine wahre Fundgrube der deutschen Musikproduktion aus den vergangenen 20 Jahren online kostenlos abfragbar. [ www.ddb.de ]

30.5.: Cembalistin von Weltruf: Die international anerkannte Barockmusik-Spezialistin Syvia Kind stirbt 94-jährig in Port Angeles/Washington. Ihre Lehrjahre absolvierte die gebürtige Schweizerin u.a. bei Paul Hindemith, der die vorzügliche Pianistin und Dirigentin in Komposition unterwies. Ende der 60er Jahre verlegte die gefeierte Cembalistin, die eng mit der Pianistenlegende Glenn Gould befreundet war, ihren Lebensmittelpunkt von Europa nach Seattle.

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Juni 2002

1.6.: Kulturwiderstand im Nazionalsozialismus: Mit dem Schlesischen Kulturpreis 2002 des Landes Niedersachsen wird der 84-jährige Komponist Dietrich Erdmann geehrt, der sich während der NS-Diktatur für die so genannte "entartete Musik" engagiert hatte.

3.6.: New Yorker Ehrentitel: Kurz vor seinem letzten Konzert als Leiter des New York Philharmonic Orchestra wird Kurt Masur zum Ehrendirektor auf Lebenszeit ernannt. Damit würdigen die Amerikaner "einen der herausragendsten Leiter in der Geschichte des Orchesters", der während seiner elfjährigen Tätigkeit die internationale Spitzenstellung dieses Klangkörpers manifestierte.

5.6.: Institution des spanischen Musiklebens: Im Alter von 72 Jahren stirbt der spanische Komponist Carmelo Bernaola in Madrid. Der u.a. mit dem Nationalen Musikpreis ausgezeichnete gebürtige Baske hinterlässt ein umfangreiches Oeuvre von rund 300 Kompositionen inkl. Sinfonien, Opern, Ballett- und Kammermusikwerken sowie Filmmusik. Seine Künstlerkarriere hatte er als Klarinettist im Militärorchester begonnen, wo Bernaola gemeinsam mit Cristóbal Halffter musizierte. Zu seinen wichtigsten Lehrmeistern zählte der Italiener Bruno Maderna.

14.6.: Klingende Fundgrube: Außerhalb Moskaus wurde ein sagenhaftes Tonarchiv wiederentdeckt, das rund 400.000 Audio- und Videodokumente der Jahre 1934 bis 1989 beherbergt, die seinerzeit im Auftrag des sowjetischen Radio- und Fernsehministeriums entstanden waren. Das kalifornische Plattenlabel Pipeline hat sich die Publikationsrechte gesichert und darf nun musikalische Schätze wie z.B. bisher unbekannte Aufnahmen mit dem Pianisten Van Cliburn, den Jahrhundertgeigern Leonid Kogan und David Oistrach, dem Ballettstar Rudolf Nurejew oder den Komponisten Dmitrij Schostakowitsch und Sergej Prokofjew für die Öffentlichkeit aufbereiten. [ www.classicaltreasures.com ]

15.6.: Szenen eines Komponistenlebens: Zum 50. Jubiläum der Wetzlarer Festspiele wird das hessische Festival mit einer Welturaufführung eröffnet: Das Theaterstück "Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt" von Nicole Heiss schildert das Leben des Komponisten Friedrich Hollaender während der Goldenen Zwanziger.

21.6.: Globale Musikerehren: Der diesjährige UNESCO-Musikpreis geht an die portugiesische Pianistin Maria Joao Pires sowie an das Zentrum für traditionelle Musik von Oman.

22.6.: Vom Wunderkind zum Meisterlehrer: Der 1906 in Lippstadt/Westfalen geborene Conrad Hansen hatte erst als Achtjähriger Klavierunterricht erhalten, debütierte jedoch bereits zwei Jahre später öffentlich. Seine besondere Interpretation der Werke Ludwig van Beethovens führte schließlich auch zu Plattenproduktionen, worunter die Einspielung des 4. Klavierkonzerts unter Wilhelm Furtwängler aus dem 1943 ein Juwel der nationalen Musikproduktion darstellt. Der Schüler von Edwin Fischer legte seit den 60er Jahren zunehmend seinen Schwerpunkt auf die Klavier-Pädagogik und arbeitete als Dozent an der Hamburger Musikhochschule, die dadurch zum Mekka ambitionierter Pianisten wurde. Im Jahre 1996 erhielt Hansen die Brahms-Medaille der Stadt Hamburg, wo er jetzt starb. [ Interview von 1997 ]

24.6.: In den Fußstapfen eines Giganten: Die Stiftung des Schleswig-Holstein-Musikfestivals gibt bekannt, dass in diesem Jahr der Komponist und Klarinettist Jörg Widmann mit dem Paul Hindemith-Preis ausgezeichnet wird, welcher angesichts einer Dotierung von € 20.000 zu den begehrtesten Trophäen der zeitgenössischen Musikszene zählt.

27.6.: Hoffnungsvoller Quartett-Nachwuchs: Der nach dem 1985 verstorbenen Primarius des "Quartetto Italiano" benannte Ensemblepreis "Premio Paolo Borciani" wird seit 1987 alle drei Jahre ausgeschrieben und brachte mit dem ungarischen Keller-Quartett (1990) und dem deutschen "Artemis-Quartett" (1997) bisher erst zwei 1. Preisträger hervor. Heuer tritt deren Nachfolge das deutsche "Kuss-Quartett" (Jana Kuss, Oliver Wille, William Coleman und Felix Nickel) an, das neben € 20.000 mit einer Welttournee durch Europa, die USA und Japan belohnt wird.

28.6.: Griechischer Topstar: In Rahmen der Internationalen Filmmusik-Biennale in Bonn wird Mikis Theodorakis für sein Lebenswerk mit dem Erich Wolfgang Korngold-Preis ausgezeichnet. Der Grieche komponierte neben seiner legendären "Alexis Sorbas"-Filmmusik auch zahlreiche Chorwerke, darunter die "Sadduzäer-Passion", die Chorsinfonie Nr. 3 oder das Oratorium "Axion esti". [ www.mikis-theodorakis.net ]

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Juli 2002

2.7.: Amtlicher Hörgenuss: Nun gibt die Deutsche Phono-Akademie öffentlich die Gewinner der Klassik-Echo-Preise 2002 bekannt - jener hier zu Lande bedeutendsten Auszeichnung für Musik auf Tonträgern, und das gleich in über 20 Kategorien. Zu den Geehrten zählen diesmal u.a. die rumänische Sopranistin Angela Gheorgiu und der argentinischen Tenor Marcelo Alvarez (Sologesang), Jewgenij Kissin (Klavier), Hilary Hahn (Violine), Jan Vogler (Violoncello), Sharon Bezaly (Flöte) und Sergej Nakariakov (Trompete), Claudio Abbado (Dirigat) sowie der Pianist und Dirigent Maurizio Pollini für sein Lebenswerk.

2.7.: Tod eines Avantgarde-Komponisten: In Rye/N.Y. stirbt 75-jährig Earle Brown, der in den 50ern mit John Cage, Morton Feldman, David Tudor und Christian Wolff eine herausragende Komponistengeneration an der experimentellen New York School bildete. Brown war einer der ersten, der die so genannte "graphische Notation" anstelle des traditionellen Notenbildes umsetzte.

2.7.: REDAKTIONS-SPECIAL: Zum 125. Geburtstag des deutschen Dichters Hermann Hesse hat ALUAN als kostenlosen Service ein A-cappella-Chorprogramm mit Vertonungen von Gedichten des späteren Wahlschweizers zusammengestellt: "Hesse-Lyrik im Chorgewand"

4.7.: Im Bewusstsein der jüdischen Tradition: Im Alter von 88 Jahren stirbt in München der große russisch-jüdische Tenor Misha Alexandrovich, der gemeinsam mit Richard Tauber und Tito Schipa eine unvergleichliche Trias im lyrischen Belcanto-Fach während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bildete. Die New York Times nannte den gebürtigen Letten, der die Pflege der synagogalen Kunstmusik zeitlebens zu seiner Herzensangelegenheit machte, "eines der am besten gehüteten Kulturgeheimnisse Russlands".

4.7.: Religiöser Kulturpreis für einen Musiker: Mit dem Romano Guardini-Preis zeichnet die Katholische Akademie Bayern dieses Jahr den polnischen Komponisten Krzysztof Penderecki aus, der sich – im Geiste des Namen gebenden Religionsphilosophen (1885-1968) – "Verdienste um die Interpretation von Zeit und Welt auf allen Gebieten des geistigen Lebens erworben hat".

12.7.: Mutige Kulturpolitik mit dem Dirigentenstab: Mit dem erst zum zweiten Mal vergebenen Toleranz-Preis der Evangelischen Akademie Tutzing wird der 59-jährige Pianist und Dirigent Daniel Barenboim ausgezeichnet, der durch sein israelisch-palästinensisches Orchesterprojekt wie auch durch die Aufführung eines Wagner-Werkes in Israel im Juni des Jahres mit politisch-kulturellen Tabus gebrochen hat. [ www.danielbarenboim.com ]

12.7.: Revision des Telemann-Werkverzeichnisses: Im Bestand des erst kürzlich nach Deutschland zurückgekehrten Archivs der Berliner Singakademie entdecken die Forscher Peter Huth und Rashid-Sascha Pegah eine bisher unbekannte Oper des gebürtigen Magedurgers mit dem Titel "Pastorelle". Dabei handelt es sich um eine einaktige, rund zwei Stunden dauernde Schäferidylle, die vermutlich zwischen 1705 und 1710 entstanden ist. Damit erhält dieser Fund auch deshalb einen besonderen Rang, weil es sich bei "Pastorelle" nun um das älteste erhaltene Musikdrama Telemanns handelt.

13.7.: Institution der Chormusikpflege: Im Rahmen des diesjährigen Festivals erhält der schwedische Chordirigent Eric Ericson für wegweisende Leistungen im Bereich der Geistlichen Musik den "Preis der Europäischen Kirchenmusik", welcher damit von der Stadt Schwäbisch Gmünd bereits zum vierten Mal vergeben wird.

14.7.: Meilenstein der Klavierbautechnik I? In Bamberg wird eine revolutionäre Neuerung in der Klaviermechanik erstmals der Öffentlichkeit präsentiert: Die so genannte "Bamberger Rolle" des aus Österreich stammenden Klavierbaumeisters Josef Meingast macht die seit mehr als anderthalb Jahrhunderten starre Holzrolle am Hammerstiel beweglich, verlangt so etwa ein Viertel weniger Kraftaufwand vom Pianisten und soll wesentlich feinere Nuancierungen in der Dynamik zulassen. Die akustische Premiere lieferte die Pianistin Susanne Strauss gemeinsam mit dem Bamberger Kammerorchester.

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August 2002

9.8.: Abschied von einem Großmeister der Kirchenmusik: In Würzburg verstirbt mit dem 76-jährigen Bertold Hummel eine Instanz der zeitgenössischen Musikszene und zugleich ein großer (Sakralmusik-) Komponist, der u.a. 25 Jahre lang das Studio für Neue Musik Würzburg leitete.

13.8. Schweizer Nekrolog: In Küsnacht stirbt der Komponist und Pianist Hermann Haller im Alter von 88 Jahren. Seine Lehrjahre absolvierte er u.a. bei Volkmar Andreae, Nadia Boulanger und Paul Hindemith, bevor er selbst als Lehrer in Zürich und Küsnacht dozierte. Aus seinem Vokalschaffen ragt das Oratorium "Hiob" für Soli, gem. Chor, Orgel und Orchester sowie sein "Psalm 103" für Sopran-Solo, gem. Chor und Orgel heraus. Hallers musikalischer Nachlass wird in der Zentralbibliothek Zürich aufbewahrt. [ www-zb.unizh.ch ]

17.8.: Deutsche Staatsehren für eine Tartarentochter: Die in Tschistipol geborene Komponistin Sofia Gubaidulina erhält das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland – und damit die höchste Auszeichnung, die hier zu Lande für Verdienste um das Gemeinwohl vergeben wird. [ Buch-Tipp ]

17.8.: Dirigierender Weltbürger: Der im italienischen Castellamare del Golfo geborene Dirigent Anton Guadagno stirbt 79-jährig in Wien, wo er 29 Jahre lang an der Staatsoper wirkte. Als Schüler des Salzburger Mozarteums hatte er u.a. mit Herbert von Karajan gearbeitet und 1948 den 1. Preis in einem Dirigierwettbewerb gewonnen. Klangvolle Spuren hinterließ der amerikanische Staatsbürger in den Folgejahren quasi auf allen Kontinenten durch seine Arbeit u.a. an der Metropolitan Opera New York, Opera de Paris, Royal Opera Covent Garden, San Francisco Opera, in Köln, Berlin, München, Hamburg und der Arena di Verona sowie in den letzten Jahren als erster Gastdirigent des Tokyo Philharmonic Orchestra. 15 Jahre lang war er zudem als künstlerischer Leiter und erster Dirigent der Palm Beach Opera tätig gewesen.

21.8.: Honorierung der Experimentierfreude: Heiner Goebbels wird für seinen Beitrag zur zeitgenössischen Musik, der sich laut Laudatio "in beeindruckender Weise durch Experimentierfreude und Kreativität auszeichnet", mit der in unregelmäßigen Intervallen verliehenen Goethe-Plakette der Stadt Frankfurt ausgezeichnet. In der Mainmetropole hatte Goebbels zwischen 1978 und 1980 als musikalischer Leiter am dortigen Schauspielhaus gewirkt.

24.8.: Caruso als Bühnenprotagonist: Im Kleinen Theater Bad Godesberg feiert eine literarische Hommage an den populärsten Tenor des 20. Jahrhunderts ihre Premiere. Das Theaterstück "Caruso - Das Leben einer Legende" von Fernando Conti verzichtet natürlich nicht auf Musik, erfordert vielmehr neben vier Schauspielern auch zwei Sänger und einen Pianisten. Die biografische Szenenfolge beginnt beim Jungen, der als Kind im Kirchenchor singt und kulminiert in einer Nachstellung jener New Yorker Vorstellung aus dem Jahre 1920 an der Metropolitan Opera, wo Caruso ohnmächtig auf der Bühne zusammenbrach.

26.8.: Stiftung für den "Mozart des 19. Jahrhunderts": Kurt Masur ruft in Leipzig eine Mendelssohn Bartholdy-Stiftung ins Leben, nachdem er sich bereits während der letzten Jahrzehnte verstärkt um das Erbe des Stadtsohnes - u.a. auch mit der Rettung der Leipziger Wirkungsstätte des Komponisten und ihrer Wiedereröffnung als Musikzentrum - verdient gemacht hatte. [ www.mendelssohn-stiftung.de ]

27.8.: Ausgezeichnete Partitur: Den Europäischen Komponistenpreis erhält in diesem Jahr der 1945 geborene Litaue Anatolijus Senderovas für sein "Konzert in Do" für Violoncello und Orchester, das er dem Cello-Virtuosen David Geringas widmete. Dieser Preis wurde im Rahmen des Berliner young.euro.classic-Festivals heuer bereits zum dritten Mal vergeben. Ausgezeichnete der letzten Jahre waren der Finne Magnus Lindberg für "Cantigas" und der Isländer Stefán Arason für "10-11".

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September 2002

1.9.: Wiedergeburt einer Matthäuspassion: Im Rahmen des Musikfestes Bremen findet in der St. Wilhadi-Kirche von Stade die Erstaufführung der lange verschollen geglaubten "Matthäuspassion" von Carl Philipp Emanuel Bach statt. Dieses Werk, das Ton Koopman mit dem Amsterdam Baroque Orchestra & Choir vollendet musizierte, war im kürzlich aus Kiew zurückerhaltenen Archiv der Singakademie Berlin entdeckt worden.

4.9.: Dirigierender Friedensbotschafter: Den spanischen, mit € 50.000 dotierten Prinz von Asturien-Preis in der Sparte Völkerverständigung erhält in diesem Jahr Daniel Barenboim für sein Engagement um Annäherung und Verständigung der Konfliktparteien im Nahen Osten. [ www.danielbarenboim.com ]

11.9.: REDAKTIONS-SPECIAL: Anlässlich des ersten Jahrestags der Terroranschläge von New York hat ALUAN ein Essay verfasst mit dem Titel: "Klangkränze für Ground Zero" - Die musikalische Verarbeitung eines Traumas oder ein Streifzug durch US-amerikanische Werkverzeichnisse.

14.9.: Neues Musikmekka des Ruhrgebiets: In Dortmund eröffnet NRW-Kulturminister Michael Vesper das für knapp 50 Millionen € errichtete neue Konzerthaus im Herzen der Stadt. Der rechteckige Konzertraum nach dem Vorbild des legendären Wiener Musikvereinssaals bietet Platz für 1.550 Besucher. [ www.konzerthaus-dortmund.de ]

17.9.: Nobelpreis der Künste: Mit dem Praemium Imperiale wird dieses Jahr in der Kategorie Musik der Bariton, Dirigent und Autor Dietrich Fischer-Dieskau ausgezeichnet.

20.9.: Orpheus in Bielefeld: Mit drei an diesem Abend parallel uraufgeführten Auftragswerken über den Sujetkreis Orpheus eröffnet eröffnet das städtische Theater auf ungewöhnliche Weise seine Opernsaison. Auf dem Programmzettel finden sich "Eurydike" von Iris ter Schiphorst, "Orpheus, Zwischenspiele" von Manos Tsangaris und "Orpheusarchipel" von Georg Nussbaumer.

20.9.: Zukunftsmusik beim NDR: Der Nachfolger des 2004 scheidenden Christoph Eschenbach am Pult des NDR-Sinfonieorchesters wird der gebürtige Hamburger Christoph von Dohnányi.

21.9.: Meilenstein der Orgelbaukunst: In der Benediktinerkirche von Villingen-Schwenningen wird die erste vollständig rekonstruierte Johann Andreas Silbermann-Orgel eingeweiht. Der elsässische Orgelbauer Gaston Kern griff für seine Arbeit auf Tagebucheinträge Silbermanns und detaillierte Aufzeichnungen zu verwendeten Materialien oder Bauweisen der Register zurück. [ www.silbermann-orgel.de ]

27.9.: Neue Haydn-Messe? Der Chordirigent Friedrich Hägele stieß vor mehr als 20 Monaten in der Bibliothek des Klosters Ottobeuren auf Noten einer Missa solemnis – und der Name des Verfassers auf dem Deckblatt lautet: "Jos. Haiden". Das nunmehr rekonstruierte und soeben bei Hänssler eingespielte Werk lässt die künstlerische Vaterschaft Haydns vermuten – auch wenn andere wissenschaftliche Stimmen die Autorenschaft eher einem Vaclav Pichl oder Wolfgang Amadeus Mozart zuordnen möchten. Als wichtigstes Indiz für Haydn spricht die Tatsache, dass das Quoniam mit jenem aus der "Cäcilienmesse" (Hob. XXII: 5) identisch ist. [ CD-Tipp ]

30.9.: Meister der Klaviatur: In Perugia werden die italienischen Pianisten Maurizio Pollini, Aldo Ciccolini und Bruno Canino für ihr künstlerisches Lebenswerk mit dem im Zweijahresabstand verliehenen Casagrande-Preis ausgezeichnet. Namenspatron ist der Komponist und Pianist Alessandro Casagrande zurück, der 1964 im Alter von nur 42 Jahren verstarb.

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Oktober 2002

8.10: Verfrühtes Bruckner-Jubiläum: Die Fragment gebliebene 9. Sinfonie Anton Bruckners entstand in den Jahren 1892 bis 1894; der vierte Satz, von dem insgesamt 181 Skizzenblätter vorliegen, wurde bis zu seiner Exposition bereits in die autografe Partitur übertragen, der nachfolgende Satzverlauf bis zur Coda ist lediglich in Skizzen überliefert. Eine erste Version in der Fassung des Bruckners-Schülers erklang am 11. Februar 1903 in Wien.
Zu dem bevorstehenden 100. Jahrestag dieser Uraufführung veranstaltet der Brucknerbund Oberösterreich mit dem Brucknerbund Gmunden an diesem Oktobertag ein Festkonzert, bei dem erstmals die jüngste Version dieser Sinfonie (aus der Bruckner-Gesamtausgabe 2002) von dem Forscher und Dirigenten Benjamin Gunnar Cohrs aufgeführt wird. Neben den von ihm komplettierten beiden Trios zum Scherzo - welche bereits zu einem frühen Zeitpunkt aus der Satzfolge wieder herausgenommen worden waren - erklingt die überarbeitete Fassung des 4. Satzes (Version: Samale-Phillips-Cohrs-Mazzuca aus den Jahren 1984-92, revidiert 1996 und 2002).

14.10.: Meister des leichten Tons: In Bald Tölz stirbt der 1911 geborene Komponist Norbert Schultze, dessen Werkverzeichnis neben dem unvergessenen Welthit "Lili Marleen" zahlreiche Musicals und Filmmusiken sowie die beiden Märchenopern "Schwarzer Peter" (1936) und "Das kalte Herz" (1943) aufweist.

15.10.: Jerusalemer Ehrenbezeugung: Mit dem "Scopus Award" zeichnet die Hebräische Universität Jerusalem Hellmuth Rilling für sein künstlerisches und humanitäres Wirken aus. Der gebürtige Stuttgarter war auch der erste Deutsche gewesen, der 1976 das Israel Philharmonic Orchestra dirigieren durfte.

17.10.: Berliner Tastenlegende: In Berlin stirbt 78-jährig der Pianist und Schallplattenproduzent Horst Göbel, der nach seiner Solistenkarriere vor allem als Tonträgerproduzent in Erscheinung getreten war.

17.10.: Rheinische Ehren für einen Weltbürger: In Köln erhält der gebürtige Argentinier Mauricio Kagel als "herausragende Künstlerpersönlichkeit, die mit ihrem Schaffen hohe Anerkennung erlangt und das Rheinland bereichert" habe, den Großen Rheinischen Kulturpreis.

17.10.: Gesicherte Amsterdamer Orchestertradition: Der neue Chefdirigent des Concertgebouw Orkest Amsterdam heißt ab 2004 Mariss Jansons, der dann Riccardo Chailly ablösen wird.

18.10.: US-akademischer Ritterschlag: Christoph Wolff, Leiter des Bach-Archivs Leipzig, wird als erster Musikwissenschaftler mit der höchsten Auszeichnung der Harvard University geehrt. Den Titel "Adams University Professor" erhält der geborene Solinger für seine Publikationen und speziell die epochalen Forschungen zu Johann Sebastian Bach und Wolfgang Amadeus Mozart.

31.10.: Russisches Wunderkind: In Köln stirbt 69-jährig der russisch-israelische Dirigent Juri Ahronowitsch. Der gebürtige Leningrader hatte während des Zweiten Weltkriegs Violine und Klavier studiert und wurde mit 25 der jüngste Musikprofessor seines Landes. 1972 verlegte Ahronowitsch seinen Wohnsitz nach Israel. Künstlerisch war er grenzüberschreitend tätig und arbeitete hier zu Lande u.a. mit Klangkörpern in Bamberg, München, Frakfurt a.M. und vor allem Köln, wo er mehr als ein Jahrzehnt das Gürzenich-Orchester leitete.

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November 2002

11.11.: Jahrgang 1914: Der Komponist, Arrangeur und Dirigent Ulrich Sommerlatte stirbt 88-jährig in Tegernsee. Zu den bekanntesten Tonschöpfungen des Furtwängler-Schülers zählen seine Orchesterwerke "Tivoli-Suite" sowie die Ballettsuite "Böhmische Hochzeit".

18.11.: Bundesrepublikanische Ehren: Daniel Barenboim erhält aus den Händen von Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit das Große Bundesverdienstkreuz. Damit werde der Generalmusikdirektor der Berliner Staatsoper Unter den Linden als ein "streitbarer Mitbürger" geehrt, der wesentlich zur positiven Außenwirkung Berlins im Ausland beigetragen habe. [ www.daniel-barenboim.com ]

30.11.: Musikalischer Geldregen für Italiens Staatskasse: Am Ende eines langen Rechtsstreits wird das Erbe von Giacomo Puccini endgültig dem italienischen Staat zugesprochen. Damit darf sich künftig der Finanzminister auf Millionen-Einnahmen aus dieser Quelle freuen, die sich aus den musikalischen Autorenrechten ergeben. Im Jahre 2022 versiegt dann wieder dieser unerwartete Geldsegen.

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Dezember 2002

5.12.: Meilenstein der Klavierbautechnik II? Der US-amerikanische Erfinder Don Gilmore aus Kansas City/Missouri hat ein Klavier entwickelt, das sich selbst stimmen kann. Unter Berücksichtigung der physikalischen Tatsache, dass sich eine Saite durch Strom ausdehnt und dabei ihre Spannung reduziert wird, hat Gilmore unter jeder Saite zwei Magnetspulen angebracht. Indiziert er nun Strom in eine Spule, so entsteht ein Magnetfeld und die Saite schwingt. Dadurch wird eine Strominduktion in der zweiten Spule bewirkt. Die daraus resultierenden Daten werden in einen Frequenz-Analysator eingelesen. Nach Prüfung kann ein Mikrocomputer entsprechende Korrekturen für jede einzelne Seite vornehmen, indem er den Transistor instruiert, weitere Stromimpulse abzugeben. Die Impulse erwärmen die Saite und verringern den Abstand zur korrekten Frequenz. Der US-Klavierbauer Story & Clark will Ende 2003 dieses System auf dem Markt etablieren. [ www.qrsmusic.com/storyandclark ]

6.12.: Mahler-News: Im Jerusalemer Archiv der Akademie für Musik und Tanz wird eine bisher unbekannte Handschrift zur 1. Sinfonie von Gustav Mahler entdeckt. Sie beinhalte einige Abweichungen von der uns heute bekannten Version, wie Henry-Louis de la Grange, der Direktor der Pariser Gustav-Mahler-Bibliothek, bestätigte.

10.12.: Dirigent des Jahres: Mit dem von "Musical America" verliehenen, ehrenvollen Titel "Conductor of the Year 2003" darf sich ab sofort der österreichische Dirigent Franz Welser-Möst schmücken, der – als amtierender Musikdirektor des Cleveland Orchestra und Chefdirigent der Zürcher Oper – während einer feierlichen Zeremonie in der New Yorker Carnegie Hall den Preis entgegennimmt.

13.12.: Europäischer Kulturpreis: Placido Domingo ist der Träger des Europäischen Kulturpreises 2003, der ihm am 24. Juli auf der Bodenseeinsel Mainau verliehen wird. Als Begründung für ihre Wahl verwies die Jury auf die "völkerverbindende, kulturelle Bedeutung des großen Sängers" und dessen Engagement für die Förderung junger Künstler z.B. in dem vom stimmgewaltigen Spanier ins Leben gerufenen Operalia-Wettbewerb. [ www.placidodomingo.com ]

19.12.: Chorsinfonie wird Weltkulturerbe: Als erste Komposition überhaupt wird Ludwig van Beethovens Sinfonie Nr. 9 offiziell in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen.
Die Originalpartitur mit dem schillerschen Schlusschor "Ode an die Freude" befindet sich in der Musiksammlung der Staatsbibliothek Berlin.

21.12.: Thomaskantor als Opernfigur: Ein Stück Musiktheater der besonderen Art präsentiert das Theater Erfurt mit der Uraufführung von "Bachs letzte Oper" des Komponisten Stanley Walden. Biografische Episoden, die zum Teil historisch belegbar, zum Teil aber auch vom Librettisten Jess Ørnsbo erfunden sind, erzeugen einen farbigen Bilderbogen, der in Ohrdruf beginnt und auch endet, wo der zehnjährige Bach nach dem Tod seiner Eltern beim großen Bruder unterkam. Heimliche Kopierarbeiten des angehenden Komponisten in der Nacht bilden das szenische Korsett für zahlreiche Zukunftsvisionen Bachs auf wesentliche Stationen wie Arnstadt, Mülhausen, Weimar, Köthen oder Leipzig. Der 1932 geborene Walden kombiniert dabei bachsche Originalkompositionen mit eigenen Schöpfungen. [ www.theater-erfurt.de ]

26.12.: Moskau rüstet musikalisch auf: In der russischen Hauptstadt wird ein neues Philharmonie-Gebäude mit gleich drei Konzertsälen eröffnet. Der größte bietet 1800 Musikfreunden Platz und dazu kommen ein Kammermusiksaal (600 Plätze) sowie ein zusätzlicher Mehrzwecksaal (560 Plätze). Damit verfügt Moskau endlich über einen adäquaten Spielort für Sinfoniekonzerte, die bisher überwiegend in dem klein dimensionierten Konzertsaal des Konservatoriums stattfanden.

27.12.: Sopranistin der Moderne: Die Mezzosopranistin Carla Henius-Klaiber stirbt 83-jährig in Murnau. Während der 50er Jahre begründete die später auch als Autorin, Dramaturgin und Pädagogin in Erscheinung getretene Sängerin ihren Ruf als herausragende Schönberg- und Webern-Interpretin. Luigi Nono, dessen "Intolleranza" Henius-Klaiber 1960 zur Uraufführung verhalf, komponierte speziell für sie das Vokalwerk "La fabbrica illuminata" (1964).

... und der spezielle ALUAN-Infoservice Chormusik-Uraufführungen dieses Monats
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