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Es ist ein seltsames und zugleich faszinierendes Buch geworden, die "Richard Strauss-Chronik" von Franz Tenner. Seltsam, weil man trotz des beträchtlichen Umfangs nicht umhin kommt, eine herkömmliche Biographie parallel oder bereits vorab zu Rate zu ziehen, wäre man doch sonst solchen Kurzeinträgen wie "Anmaßender Brief von O. Fürstner" (27.10.1945) hilflos ausgeliefert. Immerhin schlüsselt ein 200 Seiten starkes Register im Anhang das komplette Personal aus dem Leben des gebürtigen Münchners auf. Innerhalb einer Art tabellarischer Lebenschronologie verzichtet der einzelne Tageseintrag in der Regel auf eine vollständige Satzkonstruktion; damit geht einher, daß der Autor nahezu durchgehend auf jegliche wertende Diktion verzichtet, was zusammengenommen dieses Buch zu einem puren Informationsreservoir der Strausschen Vita werden lässt. Eine Chronik hätte man sich freilich auch in einer etwas lesefreundlicheren Aufmachung vorstellen können. Bei Trenner geriet sie nun zu einem epochalen Forschungsbeitrag, ohne den jeder zukünftige Strauss-Biograph nicht mehr auskommen wird. Und dank dieser Chronik wird auch deutlich, daß es zweifellos noch genügend Brachland in diesem Lebenslauf gibt, das es aufzuarbeiten gilt. [art]
Franz Tenner: Richard Strauss. Chronik zu Leben und Werk. Hrsg. von Florian Tenner Verlag Dr. Richard Strauss (Vertrieb: Schott), geb. 826 Seiten (ISBN 3-901974-01-6) € 75,- |
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