Gubaidulina-Biografie

Berühmteste Tartarentocher der Musikgeschichte

Sofia Gubaidulina gilt in der internationalen Fachwelt mittlerweile übereinstimmend als eine der bedeutendsten Komponistinnen aller Zeiten; die populärste unserer Tage ist sie allemal. Nun erscheint die erste, von der Künstlerin autorisierte Biografie, und endlich kann man einen Blick werfen auf diesen äußerst bewegenden Lebenslauf, der von mannigfaltigen Repressalien geprägt war: eine tief gläubige Künstlerin in den Fesseln einer kommunistisch-atheistischen Gesellschaft – das verspricht eine kurzweilige und bewegende Lektüre. Beides hält der Autor Michael Kurtz, allerdings jederzeit gesichert durch ein unerschütterliches wissenschaftliches Rückgrat (inkl. Anmerkungsapparat, Literatur- und Werkverzeichnis, Diskografie und Namensregister).

Spätestens seit der Uraufführung ihrer "Johannespassion" im Bachjahr 2000 zählt Gubaidulina auch zu der Riege der wichtigsten zeitgenössischen ChormusikschöpferInnen. Das Bedürfnis nach Kurzeinführungen in ihre musikalischen Werke bietet diese Publikation ebenfalls, nebst persönlichen Stellungnahmen von Szenestars wie Mstislav Rostropowitsch oder Kurt Masur. Sowjetische Zeitgeschichte, intraeuropäische Kulturkonfrontation und zeitgenössische Musikästhetik bündeln sich im Lebenslauf dieser außergewöhnlichen Frau. Man muß den Autor dazu beglückwünschen, daß er den Mut und die Wege gefunden hat, noch zu Lebzeiten der Künstlerin eine solch wichtige Publikation an die Öffentlichkeit zu bringen. [art]

Michael Kurtz: "Sofia Gubaidulina. Eine Biografie"
Urachhaus Verlag, 410 Seiten, geb. (ISBN 3-8251-7226-0) € 37,-


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