Rachmaninow-Biografie

"Komponieren als organisches Grundbedürfnis"

Wenn ein Pianist und Chorleiter zum Stift greift, um das Lebensbild eines populären, doch im biographischen Detail hierzulande noch kaum dokumentierten Komponisten des 20. Jahrhunderts zu verfassen, heißt es für uns: aufgehorcht! Und was Ewald Reder in seinem Buch über Sergej Rachmaninow zusammenträgt, ist nicht nur exakt belegt und facettenreich aufbereitet, sondern eröffnet auch ein erstaunlich plausibles Bild der "musikalischen Psyche" eines gefeierten Klaviervirtuosen, Dirigenten und lange verkannten Komponisten. Lesenswert von der ersten bis zur allerletzten Seite, denn vor allem auch der Anhang bietet mit zusätzlichen Verzeichnissen z.B. über das Repertoire des Dirigenten Rachmaninow aufschlußreiche Erkenntnisse: So leitete der Russe in Sachen Chormusik zeitlebens nur zwei Aufführungen mit eigenen Werken. Das Gesamtschaffen dieses omnipotenten Tonschöpfers weist indes ein gutes Dutzend Chorkompositionen auf, von denen insbesondere die geistlichen als wertvolle Beiträge zur russisch-orthodoxen Kirchenmusiktradition gelten. "Komponieren ist für mich genauso ein essentieller Teil meines Lebens wie Atmen oder Essen": Nach der Lektüre von Reders Buch wird man diese Äußerung Rachmaninows nicht länger als lediglich launiges Bonmot eines Künstlers lesen ... [art]

Ewald Reder: Sergej Rachmaninow. Leben und Werk
TRIGA-Verlag, kart. 588 Seiten (ISBN 3-89774-039-7)


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