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"Biographie eines Unzeitgemäßen" – der Untertitel deutet bereits die Spannungen eines Komponistenlebens an, aus denen sich dieses vielschichtige und unerhört interessante Bruckner-Psychogramm nährt. Stilsicherheit und Wortgewalt des Romanciers und Essayisten Wolfgang Johannes Bekh machen das Buch dabei zu einem literarischen Genuss, ohne wissenschaftliche Gründlichkeit vermissen zu lassen. Ob Bruckners schwieriges Verhältnis zu Frauen, seine extreme Obrigkeitshörigkeit, eine tief-naive Religiosität oder die fast mystischen Schaffensprozesse seiner großen Werke – diese Biographie plausibilisiert auch Aspekte einer Komponistenvita, die sonst gerne im Nebensatz abgehandelt werden. Eine sehr lebensnahe Darstellung der damaligen sozialen wie politischen Zeitumstände bildet weit mehr als nur den Hintergrund für dieses Lebensbild jenes ungewöhnlichen Künstlers, über den Maestro Celibidache sagte: "Daß es Bruckner gegeben hat, ist für mich das größte Geschenk Gottes". Ein praktikabler Anhang komplettiert diese Publikation; allein es stellt sich die Frage, warum ein wissenschaftlich ambitioniertes Literaturverzeichnis angehangen wurde, dagegen aber der Verlag (oder der Autor?) auf die wünschenswerte Quellenangabe der zahlreichen Zitate verzichtete. [art]
Wolfgang Johannes Bekh: "Anton Bruckner – Biographie eines Unzeitgemäßen" Gustav Lübbe, geb. 528 Seiten (ISBN 3-7857-2037-8) |
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