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In den letzten Jahrhunderten hat es immer wieder tiefgreifende geographische Neuordnungen und Umbenennungen von Kulturlandschaften gegeben, deren Ursprung und Bedeutung nicht zuletzt deshalb aus unserem heutigen Bewußtsein nahezu verschwunden sind. Böhmen, Mähren oder Sudentenschlesien z.B. sind Gebiete, die in diesen Tagen der polnisch-tschechischen Landkarte zugerechnet werden. Daß sich dort seit der Barockzeit ein bedeutendes Zentrum der Musikpflege entwickelt hat, was der berühmte Musikreisende Charles Burney bereits 1772 mit der Einschätzung goutierte, die Böhmen seien "unter allen Nationen in Deutschland, ja vielleicht in ganz Europa, die musikalischsten", belegt dieses einzigartige Lexikon mit zahlreichen Personen-, Sach- und Ortsartikeln sowie wichtigen Hinweisen zur weiteren Feldforschung. Und um letzte Zweifel an der Bedeutung dieser Musikregion zu zerstreuen, seien mit Heinrich Ignaz Franz Biber, Carl Ditters von Dittersdorf, Eduard Hanslick, Gustav Mahler oder Bedrich Smetana nur eine Handvoll Böhmen genannt, die heute in der internationalen Musikgeschichtsschreibung zur ersten Garde zählen. Vor allem aber sind eine Vielzahl von Neuentdeckungen – insbesondere hinsichtlich eines sehr praxisorientierten Chormusikrepertoires – mit diesem Lexikon garantiert! [art]
Lexikon zur deutschen Musikkultur: Böhmen, Mähren, Sudentenschlesien Langen Müller, geb. 1813 Seiten, 2 Bände (ISBN 3-7844-2799-5) |
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