Die Habsburger und die Musik

"Musikgeschichte einmal anders"

Was heute Sponsoren oder Stipendien innerhalb der Kunstszene möglich machen, war in den vorigen Jahrhunderten fast ausnahmslos Mäzenen überlassen, die sich zum großen Teil aus den Mitgliedern der europäischen Herrscherhäuser rekrutierten. Für die Entwicklung der musikalisch-österreichischen Kultur spielte die Dynastie der Habsburger zwischen dem 15. und 19. Jahrhundert in dieser Hinsicht eine kaum zu überschätzende Rolle. So förderte diese Herrscherfamilie u.a. Komponisten wie Josquin Desprez, Hans Leo Hassler, Antonio Salieri oder Anton Bruckner und vergab darüber hinaus eine Vielzahl weiterer Kompositionsaufträge. Darüber hinaus gründeten die Habsburger auch die österreichische Staatsoper sowie die Wiener Ensembles der Philharmoniker und Sängerknaben – wohlgemerkt neben ihrer Hauptprofession, das Land zu regieren. Daß diese Herrscherfamilie über Generationen hinweg auch in ihren eigenen Reihen überdurchschnittlich begabte Musiker hervorbrachte, dokumentiert stellvertretend eine Werkübersicht von Leopold I., der neben zwei Messen, einem Magnificat und einem Stabat Mater weitere geistliche Vokalwerke zu Papier brachte. Insgesamt ein erfrischend unverbrauchter Blick auf die europäische Musikgeschichte, der auch dank einer Vielzahl von Zitaten und Anekdoten zu einem kurzweiligen Lesevergnügen wird. [art]

Elisabeth Hilscher: "Mit Leier und Schwert". Die Habsburger und die Musik
Styria, geb. 272 Seiten (ISBN 3-7618-2018-6)


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