C. Jost: "Phoenix resurrexit"

Komponist: Christian Jost (*1963)
Werk: "Phoenix resurrexit". Odyssee in 4 Teilen
Interpreten: W. Waller, D. Morgenroth; Opernchor des Deutschen Nationaltheaters Weimar; Staatskapelle Weimar
Leitung: Jac van Steen
Label: Oehms Classics (OC 313)
Aufnahmedatum: 2003 (VÖ: 2003)
Aufnahmequalität: DDD
Gesamtspielzeit: 58:47 min.



Gespiegelter Mythos

[Alexander Reischert] Phoenix, jenen Mythos um den gleichnamigen Vogel, der (nach einer von vielen divergierenden Überlieferungen) Feuer an sein Nest legt, um aus den Flammen wieder neu zu erstehen, wählte der 1963 geborene Komponist Christian Jost als thematischen Angelpunkt für ein vierteiliges Oratorium, dessen Realisation den gebürtigen Trierer insgesamt vier Jahre beschäftigte. Das Resultat ist ein fesselndes Gleichnis um Schöpfung, Zerstörung und Wiedergeburt im Spiegel der modernen Zivilisation (z.B. mit Anspielungen an die moderne Raumfahrt). Er nennt sein Werk eine „Odyssee“ für Sopran-Solo, Sprecher, Chor und Orchester: „Der Musik Klänge zu entlocken, die eine Odyssee bereithalten, die der Komponist spannend nachzeichnet, ist Aufgabe und Anliegen meiner gesamten kompositorischen Arbeit.“ Daß Jost dies in seinem „Phoenix“ überaus beeindruckend gelungen ist, können nunmehr nicht nur die Besucher der Aufsehen erregenden Uraufführung mit Klaus-Maria Brandauer und Christiane Oelze aus dem Jahre 2001 bezeugen, zumal die Ausführenden der vorliegenden CD-Produktion ohne Einschränkungen überzeugen. Den Hörer erwartet hier eine Musik, die nicht abschreckt, dennoch jederzeit für Überraschungen gut ist und in ihrer farbigen Tonsprache dem Mythos einen neuen Anstrich verleiht. Unser Fazit: Auf diese Art vermag moderne Musik wirklich zu fesseln!


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