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Komponist: Carl Philipp Emanuel Bach (1714-1788) Werk: "Matthäus-Passion 1781" Interpreten: Doerthe Maria Sandmann (Sopran), Elisabeth von Magnus (Alt), Marcus Ullmann (Tenor), Sebastian Bluth und Tobias Scharfenberger (Bässe); Windsbacher Knabenchor; Deutsche Kammer-Virtuosen Berlin Leitung: Karl Friedrich Beringer Label: Rondeau ROP 2027 (Vertrieb: Note 1) Aufnahmedatum: 2003 (VÖ: 2004) Aufnahmequalität: DDD Gesamtspielzeit: 65:58 min. ___________________________ |
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[Alexander Reischert] Wussten Sie, dass Carl Philipp Emanuel Bach 21 Passionsmusiken verfasst hat? Und dass deren Autographe erst jüngst mit dem Archiv der Berliner Sing-Akademie wieder nach Deutschland zurückgekehrt sind? Letzteres war jedoch noch nicht zu hoffen, als sich der Windsbacher Knabenchor und die Veranstalter der Bachwoche Ansbach seinerzeit auf ein Projekt verständigten, das die Rekonstruktion der "Matthäus-Passion 1781" aus der Feder jenes Hamburger Bachs zum Ziel hatte.
Nun liegt die Weltersteinspielung dieser vom Musikwissenschaftler Ulrich Leisinger editierten Passionsmusik vor – mit dem Wehrmutstropfen, dass die Originalquellen darin noch keine Verwendung finden konnten. Dennoch dürfte diese Pasticcio-Komposition mit einzelnen Sätzen von Vater Bach, Gottfried August Homilius und Georg Benda in der vorliegenden Form dem Original sehr nahe kommen ... und verschafft in jedem Fall einen tiefen Einblick in die musikalisch eher rückwärtsgewandte Musikpraxis während der Passionstage zu Zeiten der Klassik. Die Aufnahme setzt ganz auf großräumliche Klanglichkeit, wobei die hervorragenden Solisten leider meist zu sehr hinter das Orchester zurücktreten und der Kirchenhall für eine wünschenswerte Prägnanz auch alles andere als förderlich ist.
Dem tonmeisterlichen Nachholbedarf steht ein hochinformatives dreisprachiges Booklet gegenüber, das u.a. ein Interview mit dem Herausgeber enthält. Auch dank der konzentrierten Chor- und Orchesterleistung ermöglicht diese Neuerscheinung dennoch einen reizvollen Vater-Sohn-Vergleich, und das vor allem, wenn man bedenkt, dass Carl Philipp Emanuel im 18. Jahrhundert als der "große" Bach galt, und nicht etwa sein Vater ... |
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